14. Juni 2009
Kennenlernphase der Teilnehmenden untereinander durch Partnerinterview
Die Kennenlernphase, für uns ein wichtiger Meilenstein, um einer Kommunikation unter den Jugendlichen aus Vernon und Osnabrück für den gesamten Seminarzeitraum Tor und Tür zu öffnen, stellte uns zu Beginn vor drei Problemfragen:
1. Mit welcher Methode schaffen wir es, dass sich die Jugendlichen aus beiden Nationen "mischen" ohne dass wir dieses durch "abzählen" usw. organisieren müssen?2. Welche Methode wenden wir an, angesichts der zu erwartenden Sprachbarrieren, dass dieser Beginn a) so einfach wie möglich, b) so Aussagefähig wie möglich; c) so nachhaltig wie möglich; für den weiteren Seminarverlauf ist?
3. Welche Methode wenden wir an, dass sich die Jugendlichen über den gesamten Seminarzeitraum: a) mit sich selbst im Kontext des Seminars; b) mit den anderen Jugendlichen im Kontext zu sich und dem Seminar; c) sich mit dem gesamte Seminar mit seinen unterschiedlichen Angeboten, Möglichkeiten, Neuigkeiten, Problemen wahrnehmen, auseinandersetzen und ihre Wahrnehmungen artikulieren?
Folgende Lösungen wurden von uns entwickelt:
1. Wir verwenden ein Rommé-Spiel, das wir so aufteilten, dass wir zwei Stapel mit jeweils gleichen Bildern/Zahlen bekommen, so dass die Vernon-Gruppen von Herz ASS bis 8 hat und ebenso die Osnabrücker-Gruppe von Herz ASS bis 8 bekommen.
2. Wir entschieden uns für die Möglichkeit eines Partnerinterview, was bedeutete, dass sich jeweils zwei Partner, entsprechend der jeweiligen Spielkarte, zusammen stellt um sich gegenseitig zu interviewen.
Als Interview-Fragen wählen wir 4 Fragen aus:
a) Vorname (Prènom) | b) Alter (Age) | c) Wohnort (lieud‘ habitation) | d) Hobby (Loisivs)
Diese Fragen werden auf eine Wandzeitung in beiden Sprachen aufgeschrieben, so dass sie für den Zeitraum der Interviews und der Ergebnisdarstellung für alle sichtbar bleiben. Zusätzlich bekommt jeder/jede von uns ein Namensschild zum umhängen. Ebenso hängen wir eine Europakarte auf, so dass die Verständigung auch über dieses Mittel laufen kann.
3. Für die Dritte Frage haben wir überlegt, etwas zu finden, dass wir auch als Seminar-Auswertung / Seminarkritik mit einsetzen können. Wir wählten dazu die Form eines Tagebuches, das die Tage, das Erlebte, das Gute, das Schlechte, offene Wünsche und Veränderungswünsche wiedergeben soll.
Die Methode der Ergebnis-Darstellung soll die jeweilige Gruppe für sich selbst entscheiden. Wir als Team stehen jedoch für Nachfragen, Materialwünsche, Materialbeschaffung usw. stets zur Verfügung. Unser Ziel ist es, diese Woche so zu gestalten, dass die Jugendlichen versuchen miteinander ohne Dolmetscher bzw. unter Minimierung der Einbeziehung unserer beiden Dolmetscher, zu agieren.
Als "zwischen" Reflektion bzw. zur besseren Wahrnehmung des Erlebten, sowohl für die Jugendlichen, wie auch für uns als Team, setzen wir täglich die "Norder Runde" ein, in der die Möglichkeit geschaffen werden soll, den jeweiligen Tag zu reflektieren, Gutes / Schlechtes zu benennen, Probleme sichtbar zu machten und evtl. gleich Lösungen zu finden, Wünsche zu äußern und sich immer wieder als Gesamtgruppe zu begegnen.
Die Umsetzung
Wie erwartet standen die Gruppen national beisammen!
Mit Hilfe der Dolmetscher begannen wir nun Schritt für Schritte zu erklären, was nun im Einzelnen geschieht. Als erstes hängten wir die Europakarte auf und zeigten in Umrissen wo wir europäisch gesehen uns derzeit befinden.
Dann wurden die Spielkarten an die Jugendlichen verteilt. War es bisher noch relativ ruhig, trat nun Verwunderung ein, die sich in Fragen äußerte, da ihnen auffiel dass sie alle unterschiedliche Karten hatten, die aber mit der anderen Gruppe wiederum zusammenpasste. Nun stellten wir dar, was wir von ihnen erwarteten, schrieben gleichzeitig die Fragen an die Wandzeitung (in beiden Sprachen), gaben ihnen ihre Namenskarten zum umhängen, boten noch einmal die Europakarte als Hilfsmittel an und gaben ihnen 10 Minuten Zeit um diese Aufgabe zu lösen.
Fotos: Gerhard Köhler, vorne rechts erklärt der Gruppe aus Vernon was nun laufen soll. Die Europakarte wird genutzt um einander zu zeigen, wo man herkommt.
Es ist wirklich gelungen, hier und da wurden die Dolmetscher gebeten zu übermitteln, aber sonst lief alles sehr harmonisch, mit sehr viel spaß ab. So stellte Donatien aus Vernon zu beginn gleich ganz mutig allen anderen Jan aus Osnabrück vor und benutzte dazu sowohl die Europakarte wie auch die auf der Wandzeitung angeschrieben Fragen, dem Jan dann gleich folgte.
Die jeweiligen Ergebnisse wurden gleich übersetzt.
Nicht immer haben wir als "Ältere" die modernen Begriffe der Jugendlichen richtig verstanden, so dass es zwischendurch immer wieder zu "Lach-Tiraden" kam, wo uns die Jugendlichen so richtig auslachen konnten.
Fazit: Das was wir vorhatten ist wirklich gelungen, was wir erreichen wollten ist geglückt. Die Jugendlichen waren zum Schluss alle durcheinandergemisch, es wurde viel gelacht, erste Erfahrungen mit der anderen Sprache gemacht und Lösungen zur Verständigung gefunden und erste Gemeinsamkeiten erkannt. Das versprach gute Aussichten für das weitere Gelingen unseres 19. Sommertreffens.
