18.06.: Unser Tag in Emden
Unsere Themen:
1. Auf Sendung, bei Radio Ostfriesland
2. Besuch im Bunkermuseum
3. Rundfahrt durch den Emder Hafen
Auf Sendung, bei Radio Ostfriesland
Fotos: Hermann, aus Norden vom AIW Bauernhof "Belvedere" und Anthony aus Vernon
Fotos: Carole aus Vernon und Timo aus Osnabrück
Fotos: Marco aus Osnabrück und Ina Cramer, die Moderatorin/Referentin für den Radioworkshop und freie Mitarbeiterin im Radiosender Radio Ostfriesland.
Fotos: Bei den Sendevorbereitungen: mit Gerhard Köhler, unserem Dolmetscher.
Wie bei früheren Sommertreffen auch nahmen wir mit 6 Jugendlichen aus Norden, Osnabrück und Vernon/Normandie-Frankreich an einem Radio-Workshop im Radio Ostfriesland Emden unter der Moderation der Redakteurin Ina Cramer und Detlef Beste, Sprecher des Landesarbeitskreises Berufsnot Junger Menschen in Niedersachsen, teil. In einer kurzen Einleitung zu diesem Workshop erläuterte Detlef Beste die Sinnhaftigkeit dieser Veranstaltung. "Wir leben alle in unseren Regionen und Ländern in einer Mediengesellschaft, die oft unser eigenes Denken und Handeln bestimmten. Wenn wir, wie in diesem konkreten Falle die Möglichkeiten hätten, mit unseren Lebenszielen und Handlungsansätzen an die Öffentlichkeit uns wenden könnten, so sollten wir diese bedeutsame Chance ergreifen. Unsere Anliegen und Probleme im Bereich der Lebensplanung bezogen auf Ausbildung und Arbeit können wir so direkt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen."
Ina Cramer erläuterte kurz den Ablauf des Tages, der Sendung und ihrer Vorbereitung. Radio Ostfriesland ist ein Bürgerfunk von und für Bürger in der Region Ostfriesland.
Radio Ostfriesland hat einer Zuhörerquote von über 90%!
Zunächst erhalten wir als Teilnehmende radiotechnische Instruktionen, wie eine Sendung geplant und im Studio dann umgesetzt wird. Verschiedene Befragungstypen, unterteilt in direkter und indirekter Form werden uns erläutert. Zu einer Sendung gehören An- und Abmoderation sowie Musikteile. Wir kleben Abschnitte, für die einzelnen Beiträge, Musiktitel usw. auf ein DinA4-Blatt als Gesamtübersicht zusammen. Ich übersetze den beiden Jugendlichen diese wichtigen Informationen, die von beiden mit großem Interesse aufgenommen werden.
So entsteht der Sendeplan für die bevorstehende Sendung im Studio. Die Jugendlichen und wir Begleiter stellen uns vor, ich übersetze die französischen Aussagen, damit die Hörerinnen und Hörer es in ihrer Muttersprache vertretenen können und somit einen kleinen Einblick in die Jugendproblematik und Lebensweise französischer Jugendlicher, die oft am Rande der Gesellschaft stehen, erhalten. Anthony schildert seine individuelle Lebensweise, er lebt in einem Heim junger Arbeitnehmer in Vernon. Seine Hobbies sind Sport und Musik und sein Berufsziel Animateur in Sportgruppen für Jugendliche und Erwachsene. Er schätzt sich sehr glücklich, dass er an diesem Sommertreffen teilnehmen kann, weil er sieht, wie Jugendliche in Deutschland leben und er so seine eigene Kultur erweitern kann. Er würde sich freuen, wenn Jugendliche, die er hier in Norden getroffen hat, einmal Vernon besuchen könnten, um ihnen dann seine Region zeigen zu können.
Abschließend lässt sich sagen, dass dieser Radio-Workshop in der Veranstaltung ein Highlight für die Jugendlichen darstellte auch deshalb, weil sie noch nie Chance eingeräumt erhielten, sich mit ihren Ansichten an eine größere Öffentlichkeit wenden zu können.
Gerhard Köhler
Besuch im Bunkermuseum
Das Emder Bunkermuseum zeigt auf mehreren Etagen Emden während des Nationalsozialismus. Emden hatte im Verhältnis zur Bevölkerungszahl eine sehr hohe Bunkerdichte. Die Zeugnisse sind auch heute noch im Stadtbild an vielen Stellen zu sehen. Die Bunker schützten die Menschen, aber leider nicht das gewachsene Stadtbild. Emden wurde fast komplett zerstört, danach begann der Wiederaufbau - und auch dieser Aspekt wurde in den authentischen Ausstellungsstücken dokumentiert.
Die Stadt Emden wurde auf morastigem Boden erbaut. Aus diesem Grund wurde im Zweiten Weltkrieg in Emden eine große Zahl von Hochbunkern erbaut. Sie wurde so über das Stadtgebiet verteilt, dass jeder Bürger in maximal 10 Minuten einen davon erreichen konnte. Aus diesem Grund kamen in Emden, obwohl 78% der Stadt durch Luftangriffe zerstört wurden, dabei nur 370 Zivilisten ums Leben.
Die Bunker sind sechs Stockwerke hoch und besitzen zwei Meter dicke Wände und 2,5m dicke Decken aus Beton. Die Emdener konnten sich dort zur Not auch längere Zeit aufhalten.
Das Museum ist in einem dieser Hochbunker untergebracht und zeigt Dokumente zur regionalen Geschichte zwischen 1930 und 1950 sowie Sonderausstellungen. Ein Archiv mit Unterlagen aus dieser Zeit kann zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden.
Rundfahrt durch den Emder Hafen
Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Mission Olympic", gesucht: Deutschlands aktivste Stadt, war Norden an diesem Wochenende im Finale drin. Nachdem wir unseren Gruppen erklärt hatten, welche Angebote wir haben: zum Einen eine Rundfahrt zu typisch ostfiesischen Küstenorten oder die Teilnahme an der "Mission Olympic", fiel die Entscheidung einhellig zu Gunsten der Stadt Norden aus. Alle bekamen ein "mitmach" T-Shirt und dann ging es los.
Ein schöner Tag geht zu Ende, fanden auch Anthony aus Vernon und Marco aus Osnabrück!
