15. - 17. Juni 2009: "Praktikum auf dem Bauernhof"
Arbeitsmarktintegrationswerkstatt (AIW) "Belvedere"; der KVHS Norden als Teil des 19. Sommertreffens
Unsere Themen:
1. Die Praktikumstage
2. Arbeitsbereiche auf dem Bauernhof
3. Die französische Gruppe kocht für uns..
4. Unser Souvenier für den Bauernhof
5. Auswertungsgespräch der drei Tage Bauernhof
Die Praktikumstage:
Die ersten drei Tage des Sommertreffens in Norden waren mit folgenden Worten:
"3 Tage Praxisorientierte Hospitation, Arbeiten und Leben auf dem Bauernhof" (Instandhaltung
für Bauarbeiten auf dem Hof, Tierpflege, Gartenpflege, Holzarbeiten, Kochen/Hauswirtschaft)
überschrieben.
In diesem Jahr sind unsere Anforderungen an die Internationale Begegnung mit unseren Teilnehmenden aus Vernon (Haute Normendie/FR) und Osnabrück sehr intensiv bereits ab März 09 angelaufen. Dazu setzte die Vorplanung des Projektes, zusammen mit dem Team der AIW auf dem Hof Belvedere bei Norden eigentlich sogar noch früher ein, kam es doch daruf an mit engagierten Jugendlichen eine "runde" Sache durchzuführen, die im Sinne sozialen Lernens die Arbeit im Projekt und auf dem Bauernhof mit den Aufgaben innerhalb der deutsch-französischen Zusammensezung für die Zeit des ersten Teils (15. - 17.06.09) zu verknüpfen.
Schon am Ankunftstag der Teilnehmerinnen am Sommertreffen, bereitete uns Sonja Ubben, Sozialpädagogin im AIW-Projekt, mit einer Gruppe von Jugendlichen, die auf dem Bauernhof arbeiten, uns auf diese 3 Tage vor, so dass die meisten erahnen konnten was auf sie zukam.
Sonja hatte auf einer Flipchard übersichtlich die Einsatzmöglichkeiten mit inhaltlichen Untergruppen aufgeschrieben, so dass sich jeder Jugendliche sein "Arbeitsfeld" aussuchen konnte. (Foto: Sonja Ubben und Ibrahima Niakate vor dem FlipChard.)
Jeder/jede bekam ihren gewünschten Arbeitsplatz, die Jugendlichen des Bauernhofes nahmen sie für ihren jeweiligen Bereich in Empfang und bekamen somit eine Mentoren-Rolle den französischen und deutschen Jugendlichen zugewiesen. Bevor es dann gemeinsam zu den Arbeitsplätzen ging, gab es zusätzlich Erläuterungen zu den Pausenzeiten, Mahlzeiten, der Kleiderordnung sowie diverse Sicherheitshinweise. Auch die Raucher kamen zu ihrem Recht, was einige aufatmen ließ, jedoch mit Einschräckungen. Auf dem gesamten Bauernhofgelände gab es nur einen Platz, wo geraucht werden darf und das auch nur entsprechend der Pausenregelung. Ein Stöhnen ging durch die Reihen "unserer" Jugendlichen als deutlich gemacht wurde: "Handy und MP3 sind auf dem Gelände verboten!" also: "Bitte alle das Handy und MP3 ausschalten!"
Nun wurde Arbeitskleidung verteilt, die Gruppen mit ihren jeweiligen "Mentorinnen" zum Arbeits-Einsatz-Ort geschickt und noch einige kleine Problemchen bereinigt.
Die Arbeitsbereiche auf dem Bauernhof, IAW Belvedare
[Fotos von links oben nach rechts unten: ein altes Backhaus wird im Bereich Bau abgerissen; Ibrahima und Donatien im Bereich Küche/Hauswirtschaft; Holz hacken für den Winter im Bereich Holz; Gartenarbeiten im Bereich Grün; Pflege bei zwei von vier Eseln des Bauernhofes im Bereich Tiere; der Raucherbereich des Bauernhofes.]
Im Gegensatz zum letzten Jahr waren die "Arbeits"-Gruppen diesmal gut "gemischt" und die "Mentroinnen" bemühten sich redlich, mit Händen, Füßen, Englisch, den Jugendlichen das "vorzumachen" worüber der informiert werden sollte.
Die französische Gruppe kocht für uns..
[Fotos von links oben nach rechts unten: der europäisch geschmückte Speiseraum; Francois Roujolle und Caroline eröffnen den französischen "Festschmauß"; Caroline und Julie beim Austeilen; Anthony und Donatien beim Austeilen.]
Höhepunkt für alle und das waren immerhin über 50 Personen, war am Dienstag das Mittagessen – ein Nationalgericht das von den französischen Jugendlichen mit starker Unterstützung des Direktors der Mission Locale, Francois Roujolle, der für 2 Tage nach Norden gekommen war, hergerichtet. Selbst der sonst eher "nüchterne" Speiseraum wurde von ihnen festlich, europäisch hergerichtet.
Unser Souvenier für den Bauernhof
Auf Wunsch unserer Jugendlichen, etwas bleibendes auf dem Bauernhof, als Erinnerung und Dank zurück zu lassen, gab es einige Diskussion untereinander was es denn sein könnte.
Die Gruppe, die das Alte Backhaus am abreissen war schlug vor, den ersten Teil der Mauer wieder aufzubauen und jeder ritzt seinen Namen in einen Stein. Aus dem Bereich Garten wurde vorgeschlagen, einen Baum zu pflanzen mit einem Schild davor wer ihn gepfanzt hat. Wir teilten dem "Bauernhof-Team" die Vorstellungen mit und warteten auf deren Antwort. Es dauerte nicht lange und der Leiter des Bereich Bau, Theo, teilte uns mit, dass sie bereit wären in dem Abgerissenen Backhaus eine Betonplatte zu gießen und dort könnten alle ihren Handabdruck hinterlassen und wer will, seinen Namen hinzusetzen. Dieser Vorschlag traf auf große Begeisterung bei allen. Das Ergebnis: Nun bauen die Jugendlichen des Bauernhofes ihr neues Backhaus um die Betonplatte mit unseren Handabdrücken.
Auswertungsgespräch der drei Tage Bauernhof
Was wir auch in diesem Jahr geändert haben, ist, die Auswertung dieser drei Tage "Auf dem Bauernhof" am Ende des letzten Arbeitstages mit allen Beteiligten durchzuführen. Mit "ALLE" bedeutet, dass auch die Jugendlichen vom Bauernhof, die in den drei Tagen ihre Aufgabe des "Mentors/Mentorin" wirklich ernst genommen und gut gemeistert haben, an der Auswertung beteiligt wurden.
Alle haben sich gefreut darüber, diese Erfahrung der drei Tage gemacht zu haben. Es wurden Freundschaften geschlossen, Erfahrungen mit Sprachproblemen und deren Lösungen gemacht und erfahren, dass ein kleiner Streit, der sich am Rande entwickelt hatte, in Form eines guten Gespräches gelöst werden konnte, zur Zufriedenheit der Beteiligten.
Obgleich das Rauch-, Handy-, MP3-Verbot den meisten immer noch nicht "schmeckte" wurde dem Team des Bauernhofes und den Jugendlichen ein großer Dank ausgesprochen. Das französische Mittagessen wurde von allen noch einmal hervorgehoben.
Fazit: es war eine bereichernde Erfahrung, von der alle Beteiligten profitiert haben und die sie als gute Erinnerung und Erfahrung mit nach Hause nehmen.
