20. August 2008 - Eine Radiosendung wird produziert
Studio Radio Ostfriesland Emden, wir gehen auf Sendung...
Radio Ostfriesland in Emden hat dem Landesarbeitskreis Berufsnot Junger Menschen (LAK) wie in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gegeben, mit jugendlichen Teilnehmern des Sommertreffens ein Radioworkshop durchzuführen. Neben dem Leiter des Sommertreffens Detlef Beste, waren unsere polnischen Dolmetscherin Agnieszka Jasek-Lata aus Zabkowice sowie Gerhard Köhler, dem Dolmetscher für die französischen Jungen und Manfred Carow für unsere gastgebende Einrichtung in Norden an dem Radioworkshop beteiligt. Inhalt war, die Radiosendung vorzusprechen, zu erfahren, was alles bedacht werden muss vor der Radioaufzeichnung, wie die technischen Abläufe sind und worauf es beim Sprechen der Aufzeichnung ankommt.
Für die meisten von uns war es das erste Mal, einen regionalen Radiosender zu besuchen, sich die Bedeutung des für Ostfriesland eingerichteten Senders erklären zu lassen und zu erfahren, dass die Hörquote nach einer empirischen Studie bei 98% liegt. Durch die Radakteurin, P. Ina Cramer, die ehrenamtlich für den Sender bestimmte Gebiete wie Gesundheit, Internationale Kontakte u.a. abdeckt, erhielten die Jugendlichen aus Osnabrück, Vernon und Zabkowice die Chance, mit den technischen Einrichtungen zu experimentieren. Sie konnten kleine Beträge aufnehmen und diese mit Hilfe des Computers bearbeiten, schneiden, ergänzen, in der Stimmlage verändern und so einen Einblick in die Radiotechnik eines Regionalsenders bekommen.
Mit Hilfe von erstellten Papierstreifen legten wir einen Ablaufplan die Sendung fest, beginnend mit der An-Moderation, Musiksequenzen, unseren Interviews und den Übersetzungsteilen sowie der Ab-Moderation.
Die eigentliche Sendung begann mit den Fragen zur Person wie Alter, Hobbies und besonders der beruflichen Perspektive.
Ina Cramer stellte die Fragen natürlich in deutscher Sprache, Agnieszka übersetzte sie für den polnischen Jugendlichen, Bartlomiej, obwohl dieser sich komplett in deutscher Sprache vorstellte! Bei den Berufswünschen und den ersten Eindrücken vom Sommertreffen kam dann doch Agnieszka zum Zuge, indem sie erst vom Deutschen ins polnische und dann wieder zurück ins deutsche für die Hörerinnen und Hörer übersetzte.
Die beiden französischen Jungen dolmetschte ich komplett und war über ihre Antworten auf die Fragen, nachdem sie im Laufe des Vormittags ihre Unsicherheit abgelegt hatten, positiv erstaunt. George einer der Jugendlichen gab auf die Frage von Ina Cramer, welche Hobbies ihn besonders faszinieren die Antwort: ROLLENSPIELE. Nach meiner Übersetzung war auch Ina Cramer verblüfft und ich fragte gleich nach, was er sich darunter vorstelle. So schilderte er, dass er sich mit seinen Freundinnen und Freunden treffe, und auch diese sich in andere Rollen hinein versetzten und diese durchspielten. Auch würde er gern mit Kindern spielen, arbeiten und absolviere aktuell ein Praktikum in einer Kinder- und Jugendeinrichtung. Seine berufliche Perspektive würde deshalb auch in die Richtung von Kinder- und Jugendarbeit gehen.
Steffen, der andere französische Teilnehmer, engagiere sich sehr im Sport, Musik und Reisen. Sein Berufswunsch geht in die Richtung Animateur im Sport. So arbeite er in verschiedenen Sportvereinen bereits aktiv mit.
Der junge Mann aus Osnabrück, Ali, stellte sich als ein totaler Computerfreak dar, der bei sich zu Hause über diverse moderne Hardwareartikel und Softwareprogramme verfüge und damit Freunden und Familienangehörigen bei Medieneinsätzen behilflich sei. Diese Seite seiner Persönlichkeit kam bereits auch auf dem Bauernhof zum Ausdruck, wo Ali über einen ganzen Tag einen Videofilm gedreht hat. Zum Glück tritt er in Kürze eine Ausbildungsstelle im Metallhandwerk an.
Der polnische Jugendliche, Bartlomiej, treibt ebenfalls Sport und interessiert sich für Musik, macht in Kürze sein Abitur und hat vor Mathematik und Informatik zu studieren.
Da die von uns mit produzierte Sendung erst in der Folgewoche über den Äther geht, wurde uns von Ina Cramer angeboten, die komplette Sendung auf DVD zu speichern und über das Jugendbildungsbüro allen Mitwirkenden zuzusenden. Darauf warten die Teilnehmer schon voller Ungeduld.
Gerhard Köler
