12. Sommertreffen 2002
Das Projekt "See-Tjalk" in Emden
Eine Seetjalk erwacht zu neuem Leben - Ein Projekt mit "Tiefgang" der Jugendwerkstatt Emden
Was eigentlich ist eine "Tjalk" (gesprochen "Tschalk")? Das ist ein besonders flachgehendes Holzschiff, wie es früher in den Küstengewässern an der Nordseeküste sehr viel verwendet wurde. Mit diesen robusten Holzschiffen konnte man in den durch die Gezeiten oft sehr seichten Gewässern rund um die Küstengebiete Ostfrieslands sehr gut manövrieren.
Eine Tjalk ist also ein, für diese Region ausgesprochen typisches Segelschiff.

Für die evangelische Jugendwerkstatt Emden war es daher ein besonderes Angebot, als sich die Gegelegenheit ergab, eine derartige Tjalk nach historischem Vorbild und mit alten Schiffsbaumethoden nachzubauen.

Seit nunmehr etwas mehr als zwei Jahren entsteht in Emden auf dem Gelände der Meyer-Werft in der Nähe des Emder Hafens eine Seetjalk neu. Inzwischen ist die Form des Rumpfes bereits gut zu erkennen und auch die ersten Beplankungen sind angebracht. Besonders interessant ist der Blick auf die filigranen Konstruktion im Innern des Rumpfes.
Derzeit arbeiten 12 Jugendliche der Jugendwerkstatt Emden aus dem Bereich Holzbau an dem Projekt. Bei diesem historischen Nachbau mussten auch eine Reihe von schon fast vergessenen Holzbearbeitungstechniken reaktiviert werden. Mit Hilfe schon verrenteter ehemaliger Holzschiffbauer gelang dies, wenn auch hier und dort Lehrgeld gezahlt werden musste.

Bernhard Schmidt, hier zusammen mit dem Tischlermeister an einer Vorrichtung zum Biegen der Eichenplanken für die Außenhaut, erläuterte, dass gerade bei diesem Vorgang so manche Eichenbohle geborsten sei.

Derzeit wird an der weiteren Beplankung des Schiffes gearbeitet. Außerdem muss die Scheuerleiste abgerundet werden. Ein Modell ist hier schon zu sehen. Mittels einer Schablone wird dann von den Jugendlichen die gesamte Leiste rund um das gesamte Schiff bearbeitet - eine aufwändige und anstrengende Arbeit - bei der dann doch auch auf moderne Schleifgeräte zurückgegriffen wird.
Im Sommer 2003 soll Stapellauf sein - und dann wird es wohl noch ein weiteres Jahr dauern, bis der Innenausbau bewältigt sein wird. Dabei wird auch noch so manches Hindernis zu überwinden sein, denn für diesen Innenausbau sind auch spezielle Kenntnisse und Ausrüstungsgegenstände erforderlich. Und für die Takelage und die Beseglung muss wohl auch auf spezielle Betriebe zurückgegriffen werden. Im Sommertreffen 2003 wird dann hoffentlich vom Stapellauf zu berichten sein.
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