LAK | 12. Sommertreffen

12. Sommertreffen 2002

Politikertalk zur Bundestagwahl

Nach einem kurzen gelungenen Videofilm zum Thema Jugendarbeitslosigkeit begann eine kleine Talk-Runde mit örtlichen Politikern. Erik Weckel, Leiter der Jugendwerkstatt Gifhorn veranstaltete zu Beginn der Veranstaltung einen "Wettlauf" auf die einzige vorhandene Lehrstelle. Er symbolisierte damit den für die jungen Menschen bekannten, oft vergeblichen Anlauf, ins "normale" Arbeitsleben zu kommen.

Im Anschluss daran erhielten die Vertreterr der Politik die Gelegenheit, ihre Statements abzugeben. Leider waren nur die CDU und die PDS der Einladung gefolgt - die anderen Parteien kamen gar nicht oder hatten sich entschuldigen lassen.

Tobias Verlee von der CDU erklärte, dass aus seiner Sicht die Stärkung des Mittelstandes der wirkungsvollste Weg sei, um Arbeitsplätze zu schaffen. Außerdem zeigte er sich überzeugt, dass unter einer CDU-Regierungsverantwortung der Aufschwung so deutlich werden würde, dass auch dies zu einer deutlichen Verringerung der Arbeitslosigkeit führen würde. Das würde dann auch das Problem der Jugendarbeitslosigkeit reduzieren.

Auf die ausdrückliche Nachfrage, wie seine Partei es denn mit Jugendwerkstätten halte, erklärte Herr Verlee, dass alles getan werden müsse, um durch neue Arbeitsplätze diese überflüssig zu machen.

Er appellierte an die Jugendlichen, in jedem Fall zur Wahl zu gehen und damit ihrer Meinung Ausdruck zu geben.

Günther Volkmann von der PDS plädierte dafür, nicht nur einmal alle vier Jahre sein Kreuz zu machen, sondern ständig "Druck der Straße" auf die Politik auszuüben. Dieses täten die großen Wirtschaftsverbände schließlich auf ihre Weise auch und wie man sehe, hätten sie Erfolg damit. Aus seiner Sicht ist es nötig, den Menschen mehr Geld zum Verdienen zu lassen, dass diese dann auch wieder ausgeben könnten. So würden Arbeitsplätze erhalten und entstehen.

Es gebe es zudem keinen großen Unterschied zwischen den großen Parteien, nur dass "das Rad" sich unter dem SPD-Bundeskanzler langsamer, aber immer noch in die falsche Richtung gedreht habe. Er erklärte, dass seine Partei sich mit allen Mitteln für den Erhalt von Einrichtungen für junge Menschen einsetzen würde "solange noch Geld zu finden ist"!

Die Jugendlichen des Sommercamps folgen den Ausführungen der Politiker aufmerksam, aber skeptisch. Einige Male kamen Zwischenrufe und auf die konkrete Frage, warum sie denn wohl die eine oder andere Partei wählen sollten, erhielten sie ihrer Meinung nach keine befriedigende Antwort.

Die Skepsis gegenüber der Politik wurde deutlich, als auf die Frage des CDU-Vertreters, wieviele von Ihnen den bislang zur Wahl gegangen seien, lediglich zwei Jugendliche den Arm hoben!

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