LAK | 11. Sommertreffen

11. Sommertreffen 2001

Grundsätzliches zu den Sommertreffen

Maßnahmeansatz/Ziel

Es soll eine 10-tägige Maßnahme mit ca. 45 weiblichen und männlichen Jugendlichen sowie weiteren ca. 10 Betreuerinnen und Betreuern durchgeführt werden. Es werden 5 - 6 Jugendwerkstätten bzw. Beschäftigungsprojekte aus Niedersachsen und Brandenburg beteiligt, wobei die überwiegende Zahl der Jugendlichen aus Niedersachsen kommt.

Die Sommertreffmaßnahme wird ergänzt durch weitere Bildungsseminare nach dem Sommertreffen, an denen sich die niedersächsischen und die Brandenburger Teilnehmenden über Zuschüsse von Kommunen (Landkreisen) und/oder des Landes Brandenburg beteiligen.

Diese Seminarfreizeit hat ihren Ursprung in einer, über einen längeren Zeitraum durchgeführten Kooperation, mit Mitwirkenden des LandesArbeitsKreises Berufsnot junger Menschen in Niedersachsen (LAK) sowie in einer, vom Unterzeichner im Rahmen der Jugendbildungsarbeit des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (KDA), seit Jahren erprobten Bildungskooperation mit niedersächsischen Einrichtungen der Jugendsozialarbeit.

Die Zusammenfassung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Regionen, Einrichtungen und Berufsfeldern ist Bestandteil des Konzepts, in Verbindung mit dem Grundgedanken, durch Weiterarbeit mit den gleichen Teilnehmenden bzw. deren Einrichtungen, (Aus)biIdungspartnerschaften zwischen den verschiedenen Jugendwerkstätten und Beschäftigungsprojekten potentiell einzugehen.

Pädagogischer Rahmen und Themenangebote

Pädagogisch werden die Angebote mehrtägiger Seminarfreizeiten im Wechsel von freizeit- und gesprächs- und handlungsorientierten Phasen innerhalb eines starken Begegnungscharakters durchgeführt. Das soll helfen, die jungen Menschen, bezogen auf die Gemeinschaft, integrationsfähiger zu machen.

Es ist Ziel der Maßnahme, die Teilnehmer in ihren Fähigkeiten der direkten interpersonalen Kommunikation zu stärken. Darüber hinaus werden wir uns in diesem Seminar mit der Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechniken beschäftigen. Gerade die jungen Menschen aus den Einrichtungen der Jugendberufshilfe verfügen häufig nicht über die Möglichkeit privat einen PC nutzen zu können. Sie laufen daher Gefahr zu den bereits bestehenden Benachteiligungen in einem weiteren Bereich, der in Zukunft zu den grundlegenden Kulturtechniken zu zählen sein wird, von der Entwicklung ausgeschlossen zu werden. Damit werden sich auch ihre Chancen in der Arbeitswelt verringern und insgesamt ihre Möglichkeiten der gesellschaftlichen Partizipation. Dazu sollen unsere Maßnahmen den Jugendlichen helfen, "ihre Welt zur Sprache zu bringen" und darüber auch Interessenvertretung zu ermöglichen.

Um dies zu verbinden und zu erarbeiten, werden im Rahmen des Seminars u.a. verschiedene Angebote durchgeführt. So soll "Öffentlichkeitsarbeit" - am Beispiel der Gestaltung von Zeitungsartikeln (Text- und Bildgestaltung) und Zeitungsseiten - in Absprache und Zusammenarbeit mit den Zeitungen erprobt werden. Weitergehend wird für die Dauer des Seminars ein Internetraum mit mehreren Arbeitsplätzen eingerichtet. Hier sollen die Teilnehmer in kleinen Gruppen an den Umgang mit dem PC herangeführt werden. Insbesondere werden sie mit den verschiedenen Möglichkeiten und dem Umgang mit dem Internet vertraut gemacht.

Dies dient einerseits dem Kennenlernen des Computers als Instrument zur Beschaffung von Informationen, als Mittel der individuellen Kommunikation aber auch der Möglichkeit zur Herstellung von Öffentlichkeit z.B. durch Gestaltung einer eigenen Webseite.

Die Themenkomplexe beinhalten einen insgesamt lebensweltorientierten Kontext der Jugendlichen und werden teilnehmerbezogen durchgeführt. Das schließt bereits bei den Vorüberlegungen und den Vorbereitungen zu dieser Maßnahme eine Vorgehensweise der Mitbeteiligung der Jugendlichen ein. Dieses wird sowohl innerhalb der Planungsphasen, wie auch während der durchgeführten Seminarsequenzen durch einen transparenten Gruppenprozess in Verbindung mit der Ermöglichung von Neigungsinteressen deutlich.

Der Demokratieprozess im Seminar wird durch Übernahme von Einzelverantwortung durch Jugendliche befördert. Die Jugendlichen nehmen grundsätzlich an den gemeinsamen Teamer-Innengesprächen teil. Der von uns praktizierte Veranstaltungsstil ist als demokratisch, kooperativ und partizipativ zu bezeichnen.

Bei den Angeboten werden besonders die Mädchen- Jungenrollen und ebenso die unterschiedlichen Bedürfnisse der Geschlechter beachtet. Insbesondere bei der oben angesprochenen Arbeit mit PC und Internet wird dieser Gesichtspunkt zu berücksichtigen sein. Ferner bedingt dies, neben der Selbstverständlichkeit der entsprechend geschlechtsspezifisch zur Teilnehmerlnnenstruktur zu besetzenden Mitarbeiterlnnenrollen, u.a. die Schaffung gezielter, durchaus unterschiedlicher Einzelprogrammpunkte, die häufig auch aus pädagogischen Gründen entsprechender Geschlechtszusammensetzung bearbeitet werden.

Im Seminar wird ein pädagogisch sinnvoller, häufiger Methodenwechsel praktiziert. Es wird in Kleingruppen gearbeitet, danach werden die Berichte der Gruppen ins Plenum eingegeben. Medienmittler wie Video, Foto und Musikinstrumente werden begleitend eingesetzt. Ausgangssituation der Themenangebote ist die soziale und intellektuelle Lage der Teilnehmer Teilnehmerinnen. Die Adressaten der Maßnahmen erarbeiten sich ihr regionales Arbeits-, Freizeit- und Wohnumfeld am Beispiel Lebensqualität.

Vorrangig wollen wir uns (das Team) in den o.a. Maßnahmen mit den Jugendlichen zu ihren Lebensentwürfen und -perspektiven unterhalten und dies auch integriert in den Mittelpunkt der verschiedenen Angebote stellen. Das schließt die aktuell immer wichtiger gewordenen Themenangebote politischer Orientierungen (Extremismus), Gewalt und Ausländerfeindlichkeit sowie Auswirkungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und der Globalisierung auf die Gestaltung der Lebens- und Arbeitswelt ein.

Die (sozial)pädagogischen Mitarbeiterinnen in den Seminarfreizeiten sind persönlich ebenfalls mit ihrer Lebensgeschichte in den Dialog mit den Jugendlichen einbezogen (soziobiographisches Lernen).

Überörtliche Trägerschaft der Maßnahme

Das Jugendbildungsbüro Hannover der Evangelischen Akademie Loccum / im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) ist als überörtlicher/ überregionaler Träger und Veranstalter der außerschulischen Jugendbildung nach dem Kinder- und Jugendplan des Bundes anerkannt. Der KDA ist eine Landesorganisation der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und hat einen überregionalen Wirkungszusammenhang innerhalb Niedersachsens.

Die einzelnen entsendenden Jugendwerkstätten sind z.T. Einrichtungen öffentlicher Träger der Jugendhilfe. Beteiligte freie Träger werden sich mit dem örtlichen öffentlichen Träger abstimmen.

Detlef Beste
Hannover, den 29.03.2001

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