Programm für lebenslanges Lernen
• Leonardo da Vinci • Mobilität 2010

Foto: Die Gruppe der alleinerziehenden Mütter mit ihren Kindern - die in der O.A.C. im Service, Gästebewirtung ihr Kurzpraktikum im Rahmen des Programms absolvierten.
(Aufgenommen in der Kapelle der O.A.C.)

"Tagewerk 10" - Programm für lebenslanges Lernen • Leonardo da Vinci • Mobilität 2010 • 02. bis 23. Oktober 2010

Projektbeteiligte

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auf deutscher (niedersächsischer) Seite

• Die Evangelische Akademie Loccum - Jugendbildungsbüro Hannover - (www.loccum.de);
• der LAK "Berufsnot junger Menschen in Niedersachsen"
(www.lak-berufsnot.eu);
• die VHS Norden und die KVHS Aurich.

Auf griechischer (kretischer) Seite
• die Orthodoxe Akademie Kretas; Kolympari/Kreta/Griechenland (www.oac.gr);
• die Berufsbildende Schule OAED Tavronitis/Kreta/Griechenland
(Website über den Tätigkeitsbereich OAED in deutscher Sprache: www.oaed.gr/Pages/SN_195.pg) ) mit assoziierten klein- bis maximal mittelständischen Ausbildungsbetrieben.

Zielsetzung

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Die Arbeitsplätze in der Gastronomie, Körperpflege und in der Metallverarbeitung sind geprägt von der Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionszugehörigkeit und Hautfarbe. Auf diesem Hintergrund soll neben kulturspezifischen fachlichen Qualifikationen auch die Toleranz- und Akzeptanzeinstellung in Bezug auf die derzeitige und spätere Berufstätigkeit bei den Jugendlichen nachhaltig erweitert werden.
Das Projekt findet statt auf der inhaltlichen Grundlage der geltenden Ausbildungsrahmenpläne und erweitert bzw. vertieft einzelne Inhalte von besonderer regionaler Bedeutung. Es ist Bestandteil des individuellen betrieblichen Ausbildungsplans.

Ausgewählte Ausbildungsinhalte:

  • a) aus dem Bereich der beruflichen Grundbildung
  • b) aus dem Bereich der beruflichen Fachbildung
werden integrativ landestypisch und kulturspezifisch behandelt.

Interkulturelle und insbesondere (fremd-)sprachliche Kompetenzen sind bei den einzelnen Teilnehmern aufgrund persönlicher und sozialer Benachteiligung bisher nicht in vollem Umfang entwickelt. Eine wesentliche Voraussetzung eines künftigen Ausbildungserfolgs und der individuellen Entwicklung einer nachhaltigen Employabiltiät der Auszubildenden sind in den genannten Branchen und Ausbildungsgängen der Erwerb überfachlicher Qualifikationen.
Dieser grundsätzliche Bedarf besteht sowohl in der heimischen, touristisch geprägten Region der südlichen Nordsee in Ostfriesland, als auch in anderen touristisch geprägten Regionen Europas, wie der Region Chania/Kreta.
Eine wesentliche Zielsetzung des Projekts im Bereich der Hard- und Soft Skills für die Auszubildenden ist daher sich persönlich weiterzuentwickeln, einander zu respektieren, voneinander zu lernen und aufeinander zu zugehen durch:

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  1. a) die Erweiterung der berufsfachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten durch das Erlernen und Anwenden landestypischer und kulturspezifischer Arbeitstechniken
  2. b) die Erweiterung des Wortschatzes und der Grammatikkenntnisse der internationalen Kommunikationssprache "Englisch" durch die aktive Anwendung als Brückensprache und eines Basiswortschatzes Griechisch.

Ergebnis ist die Zertifizierung des Zuwachses an Kenntnissen und Fertigkeiten im Europass Mobilität.

Wir erwarten, dass der 3wöchige Auslandsaufenthalt eine wesentliche und nachhaltige Auswirkung auf die persönlichen und beruflichen Kompetenzen des Antragstellers hat, der die Bereitschaft zu persönlicher, beruflicher und sozialer Mobilität in Deutschland und Europa erhöht.
Das Projekt findet statt im 1. Jahr vom 2. Oktober bis 23. Oktober 2010, sodass das Projekt und die Auslandsaufenthalte (Flows) bis zum 31.05.2011 abgeschlossen sind.

Die Zielgruppen

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Die Zielgruppe besteht aus benachteiligten Jugendlichen die sich gemäß § 240 (1) SGB III (www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__240.html) in einer außerbetrieblichen Berufsausausbildung befinden, da Defizite im persönlichen Bereich vorliegen, die eine betriebliche Ausbildung zur Zeit nicht möglich erscheinen lassen. Dies sind gemäß § 242 SGB III ausschließlich lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Auszubildende, die wegen der in ihrer Person liegenden Gründe ohne die Förderung eine Berufsausbildung nicht beginnen, fortsetzen oder erfolgreich beenden können.

Die Jugendlichen absolvieren eine Berufsausbildung im Bereich Gastronomie, Körperpflege oder Metallbau und befinden sich in der Mitte der in der 3 bis 3,5-jährigen Ausbildungszeit. Eine einschlägige mindestens 6 monatige berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme war Voraussetzung für die Aufnahme in diese durch die Bundesagentur für Arbeit bzw. den SGB II - Träger geförderte Berufsausbildung, da diese Auszubildenden vielfach Defizite im sozialen und schulischen Bereich aufweisen.

Der Ausbildungsstand entspricht im Wesentlichen den im betrieblichen Ausbildungsplan beschriebenen Inhalten. Die Berufsschule wurde meist ohne wesentliche Beanstandungen und überwiegend regelmäßig besucht.
Teilnehmen werden auch 6 Jugendliche in speziellen Ausbildungsgängen für Behinderte. Die Behinderung der TeilnehmerInnen kann in jedem Einzelfall belegt werden durch eine amtliche Bescheinigung der Bundesagentur für Arbeit, die nach vorgesehener Begutachtung wegen Art und Schwere der Behinderung eine Berufsausbildung nach § 66 BBiG bzw. 42m HwO für erforderlich hält.

Durch das im Jahre 2008 durchgeführte "Kleine Projekt", zeigte sich auch in der Praxis, dass diese Auslandsmaßnahme der Zielgruppe der Auszubildenden in Kolympari/Griechenland bei deren beruflichen Entwicklung eine sinnvolle und angemessene Ergänzung der zu vermittelnden Fertigkeiten und Fähigkeiten darstellt.
Dabei sind die berufsbezogenen Inhalte durchgängig verknüpft mit interreligiösen, interkulturellen und fremdsprachlichen Inhalten, die wir neben die rein fachlichen Ausbildungsinhalte in den Mittelpunkt stellen.
Dadurch sollen die Auszubildenden zusätzlich auch in ihren überfachlichen Qualifikationen für sich selbst und im Umgang mit anderen Menschen ergänzend und angemessen unter dem Aspekt "Fördern durch Fordern" für einen angestrebten Übergang in eine betriebliche KMU-Ausbildung bzw. Arbeit nach Abschluss der Berufsausbildung (aus-)gebildet und vorbereitet werden.

Wir können aufgrund der bisherigen Erfahrungen sagen, dass dieses Projekt eine ausbildungsstabilisierende Wirkung entfaltet, dass bei den teilnehmenden Auszubildenden zusätzliche Motivation und Leistungsbereitschaft erzeugt, so den angestrebten Ausbildungserfolg wesentlich unterstützt und darüber hinaus einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung und Erhaltung der Employabilität leistet.

Der Praxisaufenthalt in Kolympari/Griechenland hat somit eine wesentliche Auswirkung auf die persönlichen und beruflichen Kompetenzen der TeilnehmerInnen.

Fotonachweis: © Jan van Horn, Norden