(Aus)bildungspartnerschaft in Europa

zwischen Niedersachsen und Kreta

Gespräch mit Pädagogen aus kretischen (Berufs-) Schulen



Aus dem Protokoll...

Abends treffen sich die Niedersachsen mit Vertretern aus regionalen Schulen. Die acht kretischen Pädagogen sind mit verschiedenen Funktionen (Schulleitung, Beratung, Lehrer, Leiter der Schulverwaltung) in das berufsbildende System eingebunden. Davon vertreten zwei kretische Gäste die gymnasiale Oberstufe (Lyzeen) bzw. die Primarstufe.

75 % der Jugendlichen besuchen nach dem allgemein bildenden Gymnasium das Lyzeum, um sich auf das Studium vorzubereiten.
25 % besuchen das berufsbildende System, die technischen Schulen. Von diesen gibt es in der Präfektur Chania vier Schulen (Chania, Akrotiri, Mounies) mit unterschiedlichsten Fachrichtungen (Gas/Wasser/Wärme, Elektro, Graphik/Design, Raumgestaltung, Management, Landwirtschaft, Bautechnik, Schifffahrt, Kfz, Friseure/Kosmetik, Pflege ...).

Die berufsbildenden Schulen befinden sich aktuell in einem Reformprozess, der u. a. eine stärkere Akzentuierung Berufsfeld übergreifender Kompetenzen in der ersten Klasse vorsieht.

Mehrere Vertreter führen einen Ansatz der Förderung des lebenslangen Lernens an. Auch die pädagogischen Bemühungen zur Integration der kretischen Wirtschaftsflüchtlinge (Elternarbeit und Angebote für die Kinder) werden ausgeführt.

Die Vertreter der berufsbildenden Schulen stehen "außerschulischen" Angeboten offen gegenüber. Kretische Berufschüler/innen sind bereits an einem größeren hellenischen Kooperationsprojekt in Kalamata beteiligt.

Die gemeinsame Arbeit mit den niedersächsischen Jugendlichen sollte eine Schulveranstaltung sein, die sich möglichst in die Lehrpläne der technischen Schulen einpassen. Die technischen Schulen können sich vorstellen, ihre Infrastruktur für die Kooperationsprojekte zur Verfügung zu stellen.

Für die niedersächsischen Veranstalter EAL und LAK ist es grundsätzlich wichtig als außerschulischen Mitveranstalter die O.A.K. zu gewinnen. Das gilt insbesondere für die auf Kreta durchzuführenden Workcamps mit den niedersächsischen Jugendlichen in Bezug auf die möglichen Kooperationsteilen mit den kretischen Berufsschulen.

Detailprobleme bei der Umsetzung wird es gewiss einige geben. Formen möglicher Kooperationen sollten sich sanft und kontinuierlich entwickeln können, vorerst geht es um die konkrete Umsetzung überschaubarer Gestaltungsprojekte im EJZ.

Darüber hinaus bleibt anzustreben, dass es zu Gegenbesuchen von kretischen Berufsschülern/innen und vor allem auch zu einem Gedankenaustausch und einer tieferen Kooperation niedersächsischer und kretischer Berufsschullehrer/innen (und anderer Akteure der beruflichen Ausbildung) kommen kann.

Detlef Beste verwies in diesem Zusammenhang auf die positive Funktion von Fachkräftekonferenzen und die initiierende Wirkungsweise dieser für einen möglichen Jugendaustausch und sprach eine Einladung zu einem Multiplikatoren und Fachleutetreffen nach Niedersachsen aus.

Die Vertreter der niedersächsischen Projekte stellen in diesem Zusammenhang die Bandbreite ihrer Berufsfelder, Projekte und Berufsausbildungen vor, verweisen darauf, dass das Angebotsspektrum durch weitere niedersächsische Partner erweitert werden kann, und unterstreichen, dass die Projekte im komplizierten System der dualen Berufsausbildung einen besonderen Ausschnitt darstellen.

Die Beteiligten sind bereit, sich abhängig von der Regelung konkreter Umsetzungsprobleme in die Kooperation einzubringen, und sehen dem Vorhaben konstruktiv-optimistisch entgegen.


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